08.06.2019

Mikronährstoff-Räuber: Die Antibabypille

Aus unserer Zeit ist sie nicht mehr wegzudenken: Die Pille. Über 6 Millionen Frauen in Deutschland verhüten damit eine Schwangerschaft. Im Fachjargon nennt man diese Hormonpräparate „orale Kontrazeptiva“. Sie bestehen aus unterschiedlichen Kombinationen von Östrogenen und Gestagenen. Lediglich die Minipille enthält nur ein Gestagen.

Was bewirkt die Einnahme der Antibabypille im Körper?

Die Hormone verhindern die körpereigene Produktion weiblicher Hormone, die normalerweise den Zyklus regulieren. Die Folgen davon: Eireifung, Eisprung sowie das Einnisten einer befruchteten Eizelle werden grundsätzlich gestört. Außerdem wird die Gebärmutterschleimhaut so verändert, dass Spermien nicht mehr hindurchgelangen können. Dadurch wird eine Befruchtung der Eizelle und damit eine Schwangerschaft verhindert.

Unerwünschte Wirkungen der Antibabypille

Vorweggenommen: Die Pille ist ein sehr gut verträgliches Arzneimittel, das schon jahrzehntelang erprobt ist. Wenn ein Medikament jedoch wirksam ist, so kann es prinzipiell zu unerwünschten Wirkungen im Körper kommen. Gerade der Pille als Dauermedikation, die man über viele Jahre einnimmt, gibt es einige Stoffwechselwege, die man im Blick haben sollte. Es ist allgemein bekannt, dass es bei der Einnahme der Pille zu einer Gewichtszunahme oder zu Stimmungsschwankungen kommen kann. Bei bestimmten Personen ist zudem das Risiko für eine Thrombose erhöht. Das heißt, dass es zur Bildung eines Blutgerinnsels kommen kann, was dann eine Lungenembolie, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zur Folge haben kann. Alle diese Risiken wägt der Arzt bei der Verordnung der Pille sorgfältig ab und gerade deshalb ist der regelmäßige Besuch des Frauenarztes so wichtig! Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Pille auch den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt der Frau aus dem Gleichgewicht bringen kann.

Verschiedene B-Vitamine, Folsäure, Vitamin C und E sind hiervon betroffen

Die Gruppe der B-Vitamine (B2, B6 und B12) entgiften im Zusammenspiel mit Folsäure Homocystein. Dieses ist Bestandteil des Eiweiß-Stoffwechsels im Körper. In höheren Konzentrationen stellt Homocystein ein Gefäß- und Nervengift dar. Fehlen die genannten B-Vitamine sowie Folsäure, so kann sich Homocystein anreichern. Damit steigen die Risiken für eine Thrombose, für eine Alzheimer-Demenz sowie für Osteoporose. Insbesondere ein Folsäuremangel, der über längere Zeit besteht, erhöht signifikant die Gefahr für eine Brustkrebserkrankung. Es empfiehlt sich daher, bei der Pilleneinnahme einmal im Jahr den Homocysteinspiegel zu kontrollieren. Auch die Vitamine C und E können in der Verwertung gestört werden. Da sie aggressive Stoffe im Körper abbauen, nehmen sie wichtige Schutzfunktionen für die Blutgefäße ein, und spielen zudem eine wichtige Rolle bei der Regulation des Blutdrucks und des Herz-Kreislauf-Systems.

Magnesium, Zink und Selen sollte man ebenfalls im Blick haben

Die Antibabypille kann einen Abfall des Magnesiumspiegels im Blut nach sich ziehen. Das Antistress-Mineral schützt den Körper vor übermäßiger Stressbelastung. Es fördert die Bildung des Nervenbotenstoffs Serotonin und reguliert ganz natürlich den Blutdruck. Außerdem verbessert es die Fließeigenschaften des Blutes. Die Spurenelemente Selen und Zink können ebenfalls durch Kontrazeptiva in der Aufnahme und Verwertung gestört werden. Verschiedene Komponenten können die Bildung des Glücksbotenstoffs Serotonin so beeinträchtigen, dass es zu Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen und auch zu Kopfschmerzen kommen kann.

Mein besonderer Tipp:

Um die Verträglichkeit der Antibabypille zu verbessern und einer Verarmung an den genannten Stoffen entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, diese Mikronährstoffe in Höhe des Tagesbedarfs täglich zuzuführen.


Über diese Seite:

Autorin

Stephanie Isensee
Apothekerin

Approbation als Apothekerin. Leitung der Pregizer Apotheke in Pforzheim.

Erstellungsdatum: 08.06.2019Änderungsdatum: 08.06.2019

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