16.09.2022

Wann sind Bauchschmerzen gefährlich?

Etwa 10 % der Notaufnahmen im Krankenhaus erfolgen aufgrund von akuten Bauchschmerzen. Unter dem Begriff „akutes Abdomen“ wird diese Symptomatik zusammengefasst. Die Schmerzen können dumpf oder stechend sein und in unterschiedlichen Regionen des Bauchraums auftreten. Kolikartige Bauchschmerzen entstehen, wenn sich innere Organe verkrampfen. Als Laie ist die Ursache für Bauchschmerzen nur schwer auszumachen. Je nachdem, wo die Schmerzen auftreten und wie die Schmerzqualität zu beschreiben ist, erhält man als Normalbürger immerhin einige Anhaltspunkte für das betroffene Organsystem. Die wirkliche Ursache kann allerdings nur ärztlich ermittelt werden. Als Faustregel gilt: Bei plötzlich einsetzenden, starken Schmerzen schrillen die Alarmglocken, insbesondere wenn sie von Fieber und Kreislaufschwierigkeiten begleitet werden.

Was können Schmerzen im Oberbauch bedeuten? 
Schmerzen in der oberen Bauchregion weisen auf eine Beteiligung der Verdauungsorgane wie Magen, Galle oder Leber hin. Ein Magengeschwür meldet sich direkt nach dem Essen. Der Bauch ist druckempfindlich. Auch ein akuter Magen-Darm-Infekt kann starke Bauchschmerzen auslösen, die von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet werden. Liegt ein „gewöhnlicher“ Magen-Darm-Infekt vor, so lindern pflanzliche Arzneimittel die Beschwerden. Magenkrebs verursacht seltener akute Beschwerden.

Wie kommt es zu einer Gallenkolik?
Eine Gallenkolik kann durch fettiges Essen ausgelöst werden und verursacht Kolikschmerzen im rechten Oberbauch. Ist die benachbarte Bauchspeicheldrüse ebenfalls betroffen, so strahlen die ausgeprägten Schmerzen großflächig in den Rücken, die Schulter und den Magen aus. Meist wird eine Gallenkolik durch Gallensteine verursacht. Die Galle wird in der Bauchspeicheldrüse als Verdauungsflüssigkeit für Fette produziert. Sie sammelt sich in der Gallenblase und wird, wenn man eine Mahlzeit zu sich nimmt, durch die Gallengänge in den Dünndarm ausgeschüttet. Bilden sich in der Gallenblase Gallensteine, so können diese Steine einen Gallengang verstopfen. Um Steine in den Darm weiterzubefördern, zieht sich die Muskulatur der Gallenblase in wellenförmigen Bewegungen krampfartig zusammen. Die Schmerzen können von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden anhalten und treten oftmals schubweise auf. Kommen zusätzlich Fieber und Erbrechen hinzu, so wird die Gallenkolik zum Notfall.

Wo schmerzt der Dickdarm und wo schmerzt der Blinddarm?
Im Unterbauch ist der Darm beheimatet. Plötzliche stechende und ziehende Schmerzen im rechten Unterbauch und um den Bauchnabel herum können eine Blinddarmentzündung ankündigen. Ist eher der linke Unterbauch betroffen, so weist dies auf eine Beteiligung des Dickdarms hin. Bei einem sogenannten Darmverschluss kann der Darminhalt nicht mehr transportiert werden. Ein Darmverschluss ist ein echter Notfall, der sofort behandelt werden muss. Der Bauch bläht sich auf, und es kann bei Dünndarmbeteiligung zu Erbrechen kommen. Die Schmerzen setzen plötzlich ein, sind stark und dumpf.

Wie merkt man, dass man eine Nierenkolik hat?
Auslöser für eine Nierenkolik sind Nierensteine. Dies sind Kristallausfällungen, die sich in der Niere ablagern. Verbleiben sie dort, so machen sie selten Probleme. Lösen sie sich jedoch aus der Niere und gelangen in den Harnleiter, so bleiben sie dort ab einer bestimmten Größe stecken. Der Harnleiter ist ein muskulärer Schlauch, der den Urin aus der Niere in Richtung Blase befördert. Gegen den Widerstand des Nierensteins versucht die Muskulatur nun, diesen Stein weiterzubefördern. Daher rühren die wellenförmigen Schmerzen, die, je nach Lage, bis in die Genitalien oder die Oberschenkel ausstrahlen können. Sobald Fieber, Schüttelfrost oder Blut im Urin auftreten, muss der Notarzt verständigt werden. Ein vollständiger Verschluss des Harnleiters, bei der man kein Wasser mehr lassen kann, ist ein absoluter Notfall.

Regelschmerzen bei Frauen
Viele Frauen klagen bei der monatlichen Periode über krampfartige Schmerzen im Unterleib. Hier bietet sich, wie bei allen Verkrampfungen, ein hochdosiertes Magnesiumpräparat an, das muskuläre Verspannungen ganz natürlich löst. Ein geeignetes Schmerzmittel sorgt für eine schnelle Linderung.

Mein persönlicher Tipp:
Leichtere Bauchschmerzen können im Rahmen der Selbstmedikation behandelt werden. In der Apotheke Ihres Vertrauens werden Sie gut beraten. Alle akuten, stechenden Schmerzen im Bauch müssen umgehend ärztlich behandelt werden, vor allem wenn Fieber auftritt.


Über diese Seite:

Autorin

Stephanie Isensee
Apothekerin

Approbation als Apothekerin. Leitung der Pregizer Apotheke in Pforzheim.

Erstellungsdatum: 16.09.2022Änderungsdatum: 16.09.2022

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