07.10.2020

Zurück auf die Sonnenseite der Seele durch Heilpflanzen und Mikronährstoffe

Etwa 5 bis 6 Millionen aller Bundesbürger leiden an einer depressiven Erkrankung. Unruhe, Angst und Schlafstörungen sind ein Zeichen für die übermäßige seelische Belastung der heutigen Zeit. Zudem zeigen sie auch die mangelnde Fähigkeit auf, außergewöhnliche Situationen zu verarbeiten.

Unsere Aufmerksamkeit unterliegt einem 24-Stunden-Rhythmus. Sie wird durch Reize gesteigert, die von außen auf uns einströmen und unterliegt in der Nacht hemmenden Einflüssen, so dass wir in den Schlaf finden. Im Schlaf finden wichtige Erholungsprozesse im gesamten Körper statt. Nicht nur die Organe regenerieren sich, sondern auch im Gehirn werden die täglichen Eindrücke mittels unserer Träume verarbeitet. Deswegen ist der Schlaf so wichtig für unser seelisches Wohlbefinden. Gerade bei depressiven Verstimmungen leidet die Qualität des Schlafs und hat somit Auswirkungen auf unsere gesamte Gesundheit. Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus. Es ist absolut verständlich, dass wir in bestimmten Situationen Angst haben. Wir fürchten uns vor Prüfungen, Vorstellungsgesprächen, wichtigen Untersuchungen beim Arzt oder dem Verlust eines Familienmitglieds. Verselbständigt sich jedoch die Angst, so dass es zu regelrechten Angstattacken kommt oder unsere gesamte Stimmung von Angst überlagert wird, so liegt eine Fehlregulation vor. Diese übersteigerte Angst kann Auswirkungen haben auf die Schlafqualität, auf unseren Verdauungsapparat, auf die Muskulatur in Form von Verspannungen, aufs Herz und auf die Seele. In ausgeprägten Fällen muss unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Hilfe aus dem Garten der Natur

Schon seit Urzeiten setzen Menschen verschiedene Heilpflanzen zur Beruhigung und zur Unterstützung eines erholsamen Schlafs ein. Die blau blühende Lavendelpflanze kennt mancher aus dem Urlaub in Südfrankreich, wo wunderschöne blühende Lavendelfelder mit dem herb-süßen Duft anzutreffen sind. Im Lavendelöl sind ätherische Öle enthalten, die auf die überreizten Nerven stabilisierend wirken und gerade auf die Angst einen positiven Einfluss haben. In verkapselter Form können die Wirkstoffe hochdosiert eingenommen werden. Liegt eine depressive Verstimmung vor, so fühlen sich die Betroffenen antriebslos und niedergeschlagen. Hochdosierter Johanniskraut-Extrakt steht auf einer Stufe mit leicht wirksamen Antidepressiva, hellt die Stimmung auf und wirkt ausgleichend. Auch Passionsblume und Hopfenblüten werden traditionell zur Angstlösung und Entspannung bereits seit dem Mittelalter eingesetzt. In Kombination mit Baldrianwurzel wirken die pflanzlichen Inhaltsstoffe angstlösend und lindern nervös bedingte Einschlafstörungen. Auch homöopathische Mittel zur Angstlösung und Schlafunterstützung sind schon lange im Einsatz. Bedenken sollte man, dass es durchaus einige Tage dauern kann, bis die volle Wirksamkeit der pflanzlichen Arzneimittel erreicht wird, weil der Körper eine Umregulierung erfährt.

Nervennahrung fürs Gehirn

Voraussetzung für eine gute Stressverarbeitung und optimale Nervenfunktion im Gehirn ist das Vorhandensein der Grundbausteine für unsere grauen Zellen. Dies ist in erster Linie die Omega-3-Fettsäure DHA. Außerdem werden auch ausreichende Mengen vom Vitamin B-Komplex, Vitamin D, Magnesium, Zink, Selen sowie von pflanzlichen Sekundärstoffen benötigt, die täglich zugeführt werden müssen. Damit kann die Anwendung chemischer Arzneistoffe eingeschränkt werden.

Mein persönlicher Tipp:

Bewegung erweitert den Horizont. Es besteht ein ganz einfacher Zusammenhang zwischen körperlicher Bewegung und der Neubildung von Gehirnzellen, übrigens bis ins hohe Alter! Denn Bewegung signalisiert dem Körper, dass neue Erfahrungen gemacht werden – wozu die Neubildung von Gehirnzellen zur Verarbeitung erforderlich ist. Täglich dreißig Minuten Bewegung sind hierfür absolut ausreichend.


Über diese Seite:

Autorin

Stephanie Isensee
Apothekerin

Approbation als Apothekerin. Leitung der Pregizer Apotheke in Pforzheim.

Erstellungsdatum: 07.10.2020Änderungsdatum: 07.10.2020

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