01.10.2018

Was passiert bei Laktose-Intoleranz?

Laktose, auf Deutsch Milchzucker, ist ein wichtiger Energieträger im Säuglingsalter. Die menschliche Muttermilch, wie auch Kuhmilch, enthält diesen Zweifachzucker, um das heranwachsende Baby mit Energie zu versorgen. Ab etwa dem zweiten Lebensjahr nimmt jedoch die Verwertungsmöglichkeit von Laktose ab. Dies ist zurückzuführen auf eine verminderte Aktivität des Enzyms Laktase, die den Milchzucker aufspaltet und damit für uns verwertbar macht. Das ist ganz natürlich, denn nun besteht die Nahrung eben nicht mehr hauptsächlich aus Muttermilch. Aber selbst eine etwas weniger aktive Laktase reicht aus, um die Dosis Milchzucker aufzuspalten, die etwa in einem Glas Milch enthalten ist. Hierzu ein paar Zahlen: Die meisten Menschen vertragen Mengen von etwa 10 Gramm Laktose. Bei wenigen treten Unverträglichkeiten bereits ab etwa 1 bis 3 Gramm auf. Etwa 15 % der Bundesbürger sind von einer Unverträglichkeit betroffen.

Warum klagt etwa jeder fünfte Bundesbürger über eine Unverträglichkeit?

Man muss wissen, dass in der Lebensmittelindustrie viel Laktose als überschüssiges Produkt anfällt. Wie soll die Lebensmittelindustrie nun diesen Überschuss verwerten? Aus der Not macht man eine Tugend, denn die Laktose eignet sich hervorragend als billiger Nahrungsmittelzusatzstoff. Sie schmeckt süß und verleiht Soßen, Suppen und Süßspeisen die gewünschte cremige Konsistenz. Außerdem erhöht sie als Füllstoff das Gewicht von Lebensmitteln, vor allem bei Wurstwaren. Übermäßig hohe Mengen an Laktose sind wir Menschen allerdings nicht gewöhnt! Im Grunde stammen die Beschwerden von einer unverträglichen Überdosierung von Milchzucker.

Was passiert, wenn man zu viel Milchzucker zu sich nimmt?

Innerhalb von etwa einer Viertelstunde nach dem Verzehr verspürt man krampfartige Bauchschmerzen und der Leib bläht sich auf. In ausgeprägten Fällen kommt es sogar zu Durchfall. Diese Erfahrung macht man im Restaurant nach einer cremigen Suppe, nach einer süßlich schmeckenden Soße oder Salatsauce, aber auch nach Eiscreme oder dem Verzehr von Knödeln. Gerade Fertiggerichte werden oft mit Laktose versetzt. Ein Blick auf die Zutatenliste mit folgenden Bestandteilen verrät den Zusatz: Milch(-Pulver), Molken(-pulver), Rahm und Sahne sind laktosehaltig und verbergen den Laktosezusatz. Selbst Wurst oder Konserven werden mit Laktose angereichert. Viele Käsesorten und auch Naturjoghurt sind übrigens laktosefrei, ebenso wie Gemüse.

Eine einfache Lösung des Problems: Das fehlende Enzym als Laktase-Präparat zum Essen einnehmen

Das Enzym Laktase gibt es mittlerweile in Form von kleinen Tabletten oder Granulat-Sticks, die gut in der Handtasche Platz finden. Man nimmt sie direkt zum Essen ein und erspart sich dadurch den ganzen Schlamassel. Nebenwirkungen gibt es keine! Eine Dosis von etwa 10.000 Einheiten ist in der Regel ausreichend für eine volle Mahlzeit. Welche Laktosemengen man verträgt, ist ganz unterschiedlich und muss jeder für sich selbst herausfinden. Natürliche Laktaselieferanten sind übrigens unsere Darmbakterien. Ist der Darm geschädigt, so verstärkt sich das Problem. Eine Kur mit Darmbakterien, die die Darmflora regenerieren, verbessert oftmals die Laktose-Toleranz.

Mein besonderer Tipp:

Auch viele Medikamente enthalten Laktose als Trägerstoff. Die Mengen sind jedoch mit 10 bis 200 Milligramm pro Tablette so niedrig, dass sie kein Problem darstellen.


Über diese Seite:

Autorin

Stephanie Isensee
Apothekerin

Approbation als Apothekerin. Leitung der Pregizer Apotheke in Pforzheim.

Erstellungsdatum: 01.10.2018Änderungsdatum: 01.10.2018

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